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Tillichbau der TU Dresden

Vortrag

Prekäre Vergemeinschaftung im nationalsozialistischen Mecklenburg. Analysemodell und -ergebnisse zu semantischen Verschiebungen von "Volksgemeinschaft" auf regionaler Ebene
 

Referent/in: Aline Munkewitz (Rostock)

21.09.2017 | 14:00 Uhr

Hannah-Arendt-Institut, Helmholtzstr. 6, Raum 110
 

Die Historikerin Aline Munkewitz erarbeitet derzeit im Rahmen ihres Dissertationsprojektes eine Studie zum Wandel des Politischen in „Mecklenburg“ zwischen 1925 und 1939. Hierbei stellt sie die Frage ins Zentrum, durch welche Strukturen hindurch und in welches Projekt hinein wurde die regionale „Bevölkerung“ mobilisiert und inwieweit fanden ihre wahrgenommenen Reaktionen auf administrativer Ebene Berücksichtigung. In ihrem Vortrag wird sie vor allem auf die Resultate ihrer Untersuchungen zur Institutionalisierung und Veränderung von Kernvorstellungen zwischen der Einrichtung eines kontinuierlichen Berichtswesens der Verfolgungsbehörden (1934) bis hin zur Verabschiedung des so genannten zweiten Vierjahresplans (1936) näher eingehen. Ins Zentrum rückt sie dabei einerseits eine kritische Auseinandersetzung mit Konzepten polykratischer Herrschaft aber auch intentionalistischen Zugängen, um „Volksgemeinschaft“ als Aushandlungsgegenstand zu erfassen, und diskutiert methodische Herausforderungen einer Evaluierung dieser Dynamiken aus der Täterperspektive. So sehr „Volksgemeinschaft“ zunächst als starre Sozialutopie erscheinen mag, verweisen doch Methoden der quantitativen sowie qualitativen Diskursanalyse auf Verschiebungen der Demarkationslinie und damit die Fragilität des Konzepts selbst.

Zur Referentin:
Aline Munkewitz, geboren 1984, ist derzeit assoziierte Doktorandin am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, Abteilung IV „Regime des Sozialen im 20. Jahrhundert“, und lebt in Rostock. Momentan arbeitet sie an ihrer Dissertation unter dem Arbeitstitel: „Der Wandel des Politischen im nationalsozialistischen Mecklenburg zwischen 1933 und 1939. 'Volksgemeinschaft' zwischen Vermittlung und Selbstermächtigung der 'Bevölkerung' aus der Perspektive lokaler Herrschaftsnetzwerke“. In der Vergangenheit war sie mehrfach für das Jahrbuch Extremismus & Demokratie, die wissenschaftliche Plattform H-Soz-Kult sowie die Zeitschrift Rundfunk und Geschichte als Rezensentin tätig.