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Tillichbau der TU Dresden

Vortrag

Organisationskultur und Gewalt. Ein Reserve-Polizeibataillon im Osteuropa des Zweiten Weltkrieges
 

Referent/in: Jan H. Issinger (Petershagen)

24.08.2017 | 14:00 Uhr

Hannah-Arendt-Institut, Helmholtzstr. 6, Raum 110
 

Der Historiker Jan Hendrik Issinger erarbeitet derzeit eine Studie unter dem Arbeitstitel „Militärische Organisationskultur im Nationalsozialismus. Das Reserve-Polizeibataillon 61 und der Holocaust in Osteuropa“. In seinem Vortrag wird er erste Ergebnisse seiner Forschungsarbeit vortragen und einige der seiner Untersuchung zu Grunde liegenden strukturellen Überlegungen vorstellen. Der Vortrag knüpft dabei an die Debatte an, warum sich „normale“ Männer in die gewaltsamen Maßnahmen des NS-Regimes einbrachten. Kern der vorgestellten multiperspektivischen Analyse wird dabei die Rolle von Vertrauensstrukturen innerhalb einer militärisch strukturierten Polizeieinheit sein. Wie arrangierten sich die einfachen Männer des Bataillons 61, die weniger „weltanschauliche Kämpfer“ als schlichtweg Opportunisten waren, mit ihren ideologisch eindeutig positionierten Offizieren? Es geht also darum, wie Gewalt gegen die osteuropäische Zivilbevölkerung zu einem Konsensprojekt wurde, an dem sich unterschiedliche Akteure aus verschiedensten Gründen beteiligten.

Zum Referenten:
Jan Hendrik Issinger, geboren 1987, studierte Geschichte und Sozialwissenschaften an den Universitäten Münster und Wien. Er ist Doktorand an der Universität Freiburg, wo er auch von 2012 bis 2015 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. Nach Fellowships u.a. in Yad Vashem und am DHI Warschau stellt er gegenwärtig als Stipendiat des HAIT seine Dissertationsschrift fertig.