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Neuerscheinung


 

Manfred Gailus und Clemens Vollnhals (Hg.):

Für ein artgemäßes Christentum der Tat

Völkische Theologen im »Dritten Reich«

 

(Berichte und Studien  71)

Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 2016

330 Seiten, online-Publikation des HAIT Dresden

 

Die Konzentration auf den Kirchenkampf und die Bekennende Kirche verstellt vielfach den Blick auf eine völkisch grundierte Strömung im deutschen Protestantismus, die schon vor 1933 die Einfallstore für einen radikalen Antisemitismus weit geöffnet hatte und auf eine Synthese von Christentum und Nationalsozialismus abzielte.

Im vorliegenden Band werden in 15 biografischen Studien die Protagonisten eines völkischen Protestantismus untersucht, der erhebliche Teile des protestantischen Milieus erfasst und umgeprägt hatte. Präsentiert werden theologische Vordenker wie Universitätsprofessoren, kirchliche Aktivisten und Pfarrer in diversen Glaubensbewegungen, die sich »Deutsche Christen« nannten. Weitere Studien befassen sich mit politischen »Tatmenschen«, die als fanatische NSDAP-Mitglieder in kirchenleitender Stellung diese Ideen in die Praxis umzusetzen versuchten. Die Anwendung des Arierparagrafen, die Stigmatisierung und Verdrängung »nichtarischer« Christen aus dem kirchlichen Leben sowie kirchliche Amtshilfe bei der Verwirklichung der nationalsozialistischen Judenpolitik gehörten zu ihrem Programm.

Die wissenschaftliche Erforschung der Reichweite dieses weit verbreiteten völkischen Protestantismus liefert einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung der Frage, warum der Nationalsozialismus über weite Strecken ein so hohes Maß an Zustimmung in der deutschen Bevölkerung finden konnte.