KMSK Hannah-Arendt-Institut - Forschung
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Tillichbau der TU Dresden

 

Die Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) und dem polnischen Innenministerium (MSW)

 

Forschungsfeld:  Vergleichende Forschung

Bearbeitung / Koordination:  Dr. Tytus Jaskulowski

Die zentrale Forschungsfrage gilt der Rolle des MfS in der Zusammenarbeit mit dem polnischen Geheimdienst. Tytus Jaskulowski hat die letzten Archivrecherchen 2012 abgeschlossen. Insgesamt wurden mehr als 2000 Ordner bearbeitet und über 30 Interviews mit Zeitzeugen, u.a. inoffiziellen und hauptamtlichen Mitarbeitern der polnischen und ostdeutschen Geheimdienste, geführt. Die polnische Fassung ist fertig, mit der Übersetzung ins Deutsche wurde begonnen. Ergebnisse der Untersuchung sind: a) Die Zusammenarbeit beider Geheimdienste kam faktisch kaum zustande und war häufig kontraproduktiv. b) Die bilaterale Zusammenarbeit war minimal im Vergleich zu eigenen Aktivitäten (2–3 Prozent im Vergleich mit den eigenen operativen Vorgängen). c) Das MfS und das volkspolnische Innenministerium nutzten die bestehenden bilateralen Kontakte vor allem als Instrument für die Durchsetzung eigener Interessen. d) Die in der Literatur vertretene These über uneingeschränkte Kapazitäten und Möglichkeiten der Staatssicherheit in Polen konnte revidiert werden. e) Offensive Aktivitäten polnischer Geheimdienste gegen die DDR sind ebenso nachzuweisen wie die der ostdeutschen Seite gegen die VR Polen. f) Die in der Fachliteratur genannte Zahl der IM des MfS in Polen beruht auf falschen Einschätzungen.

letzte Änderung: 01.04.2015