Hannah-Arendt-Institut
für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden
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Gebäude Hannah Arendt Institut

DDR-Filmpropaganda und die westdeutsche Zensur durch den Interministeriellen Ausschuss für Ost-West/Filmfragen

Forschungsfeld: Kommunismus
Koordination: Dr. Andreas Kötzing

Dass es in den 1950er und 1960er Jahren auch in der Bundesrepublik eine staatliche Filmzensur gab, ist heute weitgehend unbekannt. Verantwortlich dafür war ein Gremium der Bundesregierung, das sich aus Vertretern verschiedener Ministerien und einzelner Bundesbehörden zusammensetzte. Der sogenannte „Interministerielle Ausschuss für Ost/West-Filmfragen“ sichtete zwischen 1954 und 1966 über 3.000 Filme aus den osteuropäischen Staaten, die in der Bundesrepublik öffentlich vorgeführt werden sollten. In mehr als 100 Fällen untersagte der Ausschuss eine Aufführung. Verboten wurden vor allem Filme, die kommunistische Propaganda enthielten oder in der Bundesrepublik umstrittenen Themen aufgriffen, wie z.B. die Re-Integration ehemaliger NS-Straftäter. Die Tätigkeit des Ausschusses war äußerst umstrittenen, weil seine Arbeit im permanenten Konflikt mit dem Zensurverbot des Grundgesetzes stand. Auch in der Öffentlichkeit regte sich ab Anfang der 1960er Jahre Widerstand gegen die Zensurpraxis des Ausschusses. Im Projekt wird die Arbeit des Ausschusses detailliert erforscht und die Zensurpraxis vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Beziehungen geschildert.

letzte Änderung: 20.04.2015