Hannah-Arendt-Institut
für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden
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Titelbild der Publikation

Siegfried Jenkner

Erinnerungen politischer Häftlinge an den GULAG

Eine kommentierte Bibliographie

(Berichte und Studien 41)

Selbstverlag Dresden 2003

ISBN 978-3-931648-45-9

53 Seiten, Preis: 6,00 €

Volltext [pdf Dokument]

Der Literaturbericht stellt die seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts erschienenen GULAG-Erinnerungen deutscher politischer Häftlinge sowie die Übersetzungen der Memoiren von Strafgefangenen aus der Sowjetunion und anderen Staaten vor. Sie stammen sowohl von bekannten als auch von weitgehend vergessenen Autorinnen und Autoren und erfassen alle großen sowjetischen Strafgebiete. Sie dokumentieren brutale Verfolgung, erniedrigende Behandlung und harten Überlebenskampf, aber auch Mitmenschlichkeit, selbstlose Hilfsbereitschaft und Bewahrung der Menschenwürde unter unmenschlichen Bedingungen. Der vorliegende, bislang umfassendste Bericht seiner Art will die Erinnerung an ein dunkles Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts wach halten und die Nachgeborenen zur Sicherung und Verteidigung von Freiheit und Menschenwürde mahnen.

Zum Autor
Siegfried Jenkner, geb. 1930 in Frankfurt a.M., aufgewachsen in Leipzig, Thorn und Bad Lausick, Abschluss der Schulzeit 1949 mit dem Abitur an der Leibnizschule Leipzig.
1949 Studienbeginn an der Abteilung Kulturpolitik der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. Die zunehmende Unzufriedenheit mit der politischen Entwicklung an der Universität und in der DDR allgemein führte zu Kontakten mit ebenfalls kritisch eingestellten Studenten.
Im Oktober 1950 verhaftet und an die sowjetischen Militärbehörden übergeben; im Januar 1951 von einem sowjetischen Militärgericht in Dresden zu zweimal fünfundzwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt wegen „antisowjetischer Agitation“ (Besitz und Weitergabe kritischer wissenschaftlicher und politischer Literatur), „illegaler Gruppenbildung“ (Verbindung zu oppositionellen Studenten um den zum Tode verurteilten und hingerichteten Studenten Herbert Belter) sowie „politischer Spionage“ (Kontakt mit dem RIAS-Hochschulfunk).
Zur Strafverbüßung in die Sowjetunion nach Workuta deportiert; dort im Lager des Schachtes 9/10 zunächst in Baubrigaden, später in der Transportabteilung des Schachtes tätig. Im Frühjahr 1955 in das Lager Jawas im mordwinischen Lagerbezirk Potma verlegt und im Oktober 1955 amnestiert. Die vollständige Rehabilitierung erfolgte im Mai 1994.
1956 bis 1960 Studium an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Wilhelmshaven-Rüstersiel und an der Universität Kiel.
Von 1965 bis 1969 Geschäftsführer der Zentralstelle für Auswärtige Seminarkurse der Universität Göttingen; 1969 Berufung auf den Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen, Abteilung Hannover (ab 1976 Fachbereich Erziehungswissenschaften I der Universität Hannover). Hier bis zur Emeritierung 1996 tätig
Seit 1990 Mitarbeit im European Forum for Freedom in Education, einer internationalen nichtstaatlichen Organisation zur pädagogischen Ost-West-Kooperation; in diesem Rahmen Gastveranstaltungen und Veröffentlichungen in mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern; von 1994 bis 1997 Honorarprofessor der St. Petersburg State University of Pedagogical Arts. Außerdem Mitglied im deutschen Zweig der russischen Häftlings- und Menschenrechtsorganisation MEMORIAL.

Das Buch ist im Volltext [pdf] online verfügbar.